Neue Nietzsche-Oper Rihms in Salzburg enthusiastisch gefeiert
Salzburg - Die neue Oper Dionysos von Wolfgang Rihm ist am Dienstag (27. Juli) bei den Salzburger Festspielen begeistert gefeiert worden. Nach der gut zweistündigen Uraufführung im Haus für Mozart spendete das Premierenpublikum dem Komponisten minutenlange Ovationen. Rihm nahm die Ehrbezeugungen auf der Bühne persönlich entgegen, nachdem er den Protagonisten der Uraufführung selbst Dank und Anerkennung für die große künstlerische Leistung gezollt hatte. Unter ihnen Dirigent Ingo Metzmacher und der Berliner Multikünstler Jonathan Meese, der das Bühnenbild geschaffen hatte.
Der 1952 geborene Rihm ist einer der produktivsten und meist aufgeführten ernsten Komponisten der Gegenwart. Mit Dionysos wurde das Opernprogramm der Salzburger Festspiele 2010 eröffnet, die in diesem Jahr ihr 90-jähriges Bestehen feiern und bis Ende August dauern.
Rihms jüngste „Opernphantasie“ basiert auf den Dionysos Dithyramben, späten Gedichten des Dichterphilosophen Friedrich Nietzsche. Das Werk verfügt über keine lineare Handlung, sondern reiht reale Lebensbilder und irreale (Wahn)-Vorstellungen Nietzsches in dessen eigenen Worten aneinander. Der Philosoph hatte sich in seinen späten Jahren stark mit Dionysos identifiziert, dem antiken Gott des Rausches und der Ekstase. Nach Nietzsches Auffassung ist wahre Welterkenntnis nur im Rausch möglich. Der Philosoph, der den Rausch propagierte, starb selbst in geistiger Umnachtung, die sich in seinen späten Werken bereits andeutete.
Schlingensief braucht mehr Geld für afrikanisches Operndorf
München - Für sein Operndorf-Projekt im afrikanischen Burkina Faso fehlt Regisseur Christoph Schlingensief „noch sehr viel Geld“. Das sagte er in einem Interview mit dem Magazin des Goethe Instituts. Vieles scheitere an den „unglaublichen Bedingungen“ der Förderer, da die Gelder etwa nur für Gagen verwendet werden dürften, nicht aber direkt für Baumaterial oder Arbeiter. „Sie wollen europäische Maßstäbe an afrikanische Gegebenheiten anlegen“, beklagte er.
Schlingensief baut derzeit zusammen mit dem Berliner Architekten Francis Kéré in Burkina Faso das Operndorf. Das Projekt soll eine Theaterbühne, Werkstätten, eine Schule, ein Krankenhaus und Unterkünfte für Künstler in sich vereinen. Das Dorf solle ein Ort sein, „an dem die innersten Träume realisierbar werden“, sagte Schlingensief.
Als klassischer Entwicklungshelfer sieht der Regisseur sich mit diesem Projekt aber nicht. „Wir wollen dem afrikanischen Kontinent helfen und können uns selbst nicht helfen“, sagte er. „Wir klagen ja schon, wenn der Zug vier Minuten Verspätung hat.“ Wenn es etwas heftiger regne, rasten Politiker „noch Wochen später mit Gummistiefeln herum“. Da könne man von Afrika noch einiges lernen. „Wenn in Burkina Faso die Sintflut kommt und alle Häuser wegspült, dann werden sie am nächsten Tag wieder aufgebaut“, sagte er.
Gerhard Weber bleibt bis 2015 in Trier
Trier - Der Intendant des Theaters Trier, Gerhard Weber, hat seinen Vertrag bis 2015 verlängert. Weber, der das Haus seit der Spielzeit 2003/04 leitet, erhielt das einstimmige Votum aller Stadtratsfraktionen zugunsten seiner Verlängerung.
Mit einer ebenso abwechslungsreichen wie anspruchsvollen Programmgestaltung sowie der Bespielung unkonventioneller Aufführungsorte außerhalb des Theaters ist es ihm gelungen, eine hohe Kontinuität hinsichtlich der Zuschauerauslastung zu garantieren. In der Saison 2009/10 verfolgten über 117.000 ZuschauerInnen das Programm. Zu den herausragenden künstlerischen Erfolgen, mit denen Gerhard Weber auch in Zukunft deutliche Akzente zugunsten der Stärkung des Ensembletheaters setzen wird, gehört neben dem Ausbau internationaler Koproduktionen die Etablierung des zeitgenössischen Tanztheaters unter der Leitung des Choreografen Sven Grützmacher. Die Initiative des mehrfach vom Land Rheinland-Pfalz geförderten Schauspielfestivals „Maximierung Mensch“ erfuhr breite Wirkung bei Publikum und Presse. Auch die mobilen Produktionen des Kinder- und Jugendtheaters erzielten positive Resonanz in Trier und weiten Teilen der Region. Gerhard Weber führt die langfristigen Erfolge nicht zuletzt auf die Beständigkeit seines künstlerischen Leitungsteams zurück und wertet die einstimmige Bestätigung seiner Theaterarbeit durch den Stadtrat als Signal für den Fortbestand des Dreispartenhauses. Neben der Pflege des klassischen Repertoires sieht er weiterhin die Förderung zeitgenössischer Stoffe als wichtige Aufgabe; so kommen in der Saison 2010/11 im Großen Haus die Philip-Glass-Oper The voyage sowie die Theateradaption des Romans Mitternachtskinder von Salman Rushdie zur deutschen Erstaufführung. Der Ausbau internationaler Beziehungen manifestiert sich durch die Zusammenarbeit mit Theatern in Frankreich, Portugal und Luxemburg.
Anthony Rolfe Johnson gestorben
Am 20. Juli 2010 verstarb der britische Tenor Anthony Rolfe Johnson (*1940) im Alter von 69 Jahren. Rolfe Johnson studierte an der Londoner Guildhall School of Music bei Ellis Keeler und Vera Rózsa, später bei Richard Lewis und Peter Pears. Er begann seine Sängerlaufbahn in Nebenrollen und im Chor des Glyndebourne Festivals 1972 bis 1976, 1973 debütierte er bei der English Opera Group in Tschaikowskis Iolanta, 1974 als Lensky in Eugen Onegin in Glyndebourne. Schwerpunkt seiner Arbeit waren Monteverdi, Bach, Händel und Mozart in der historisch informierten Aufführungspraxis. Zahlreich waren seine Auftritte mit Nikolaus Harnoncourt, Roger Norrington und John Eliot Gardiner, was glücklicherweise auf CD gut dokumentiert ist. Das britische Repertoire war ein weiterer fester Bestandteil: Brittens Peter Grimes, Aschenbach in Death in Venice, das War Requiem oder Liedzyklen von Britten, Butterworth und Vaughan Williams. Anthony Rolfe Johnson wurde regelmäßig an die wichtigen Opernhäuser und Festivals der Welt verpflichtet. So war Rolfe Johnson auch der Monnaie Oper in Brüssel über einen langen Zeitraum hinweg eng verbunden (1983 bis 2001). Unvergessen etwa sein Peter Quint in Brittens The turn of the screw in der Keith Warner-Inszenierung 1998 oder seine Mitwirkung an der Uraufführung von Philippe Boesmans Wintermärchen 1999 als Polixenes unter Luc Bondy und Antonio Pappano. (Dirk Ufermann)
KulturmanagerIn gesucht
Münster – Anton Urspruchs komische Oper Das Unmöglichste von Allem wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts an den führenden Opernhäusern Deutschlands gespielt.
Im Herbst 2011 soll in Leverkusen und in Offenbach die Oper erneut aufgeführt werden. Das Ensesmble sowie die Termine stehen fest, eine Teilfinanzierung scheint gesichert.
Gesucht wird ab sofort eine Expertin/ein Experte aus dem Bereich des Kulturmanagements, der/die das Finanz-Management dieses Projektes übernehmen kann. Modalitäten und Honorierung auf Anfage. Die Anträge bei den vorrecherchierten in Frage kommenden Stiftungen müssen bis zum Herbst 2010 gestellt werden.
Bewerbungen bitte per E-Mail an AntonUrspruch@web.de
Informationen über Anton Urspruch auf der Homepage www.antonurspruch.de
Lausitzer Opernsommer entfällt wegen Geldmangels
Cottbus - Der Lausitzer Opernsommer 2010 fällt wegen Geldmangels aus. Für die Veranstaltungen am Pückler-Schloss Branitz in Cottbus fehle in diesem Jahr die finanzielle Basis, sagte Produktionsdirektor Andreas Wirth. Mehrere Sponsoren seien überraschend abgesprungen. Das traditionelle Opernprojekt unter freiem Himmel wurde in den vergangenen Jahren mit einem Etat von jeweils rund 80 000 Euro veranstaltet. Lediglich die Hälfte des Geldes konnte jedoch über den freien Kartenverkauf eingespielt werden.
Bei den bislang 18 Veranstaltungen des Lausitzer Opernsommers gehörten vergessene Schätze der Opernliteratur zum musikalischen Anspruch und Repertoire. Seit über 15 Jahren amtierte der US-Amerikaner Richard Hughey als künstlerischer Leiter. Als Solisten fungierten jeweils Studenten und Absolventen der Dresdener Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“. Die musikalische Begleitung hatte seit 2008 ein Studentenorchester der Western Illinois University aus dem US-Bundesstaat Illinois übernommen.
Im nächsten Jahr soll es mit einem veränderten Veranstaltungskonzept eine Neuauflage des Lausitzer Opernsommers geben.
Nagano verlässt München
München - Kent Nagano gibt bekannt, dass er für eine Vertragsverlängerung als GMD der Bayerischen Staatsoper nach 2013 nicht zur Verfügung steht.
Der Wortlaut seines entsprechenden Schreibens:
„Angesichts der kulturpolitischen Entwicklungen der letzten Monate in München – am Staatstheater am Gärtnerplatz und bei den Münchner Philharmonikern – und deren Folgen sowohl für den Ruf dieser Institutionen als auch für den der Stadt, habe ich mich entschlossen, für eine Vertragsverlängerung als Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper nach dem Sommer 2013 nicht zur Verfügung zu stehen. Mit dieser Entscheidung möchte ich den Schaden, der durch eine Personaldiskussion entstehen und der zu hausinternen Spannungen und Verwerfungen führen kann, von der Staatsoper abwenden.
Beauftragt durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst habe ich mich als Generalmusikdirektor in den Dienst der Staatsoper, unseres Orchesters, unseres Chores und unseres Publikums gestellt. Ich habe für diese außergewöhnlichen Kollektive in den reichen und wunderbaren Spielzeiten der letzten Jahre eine hohe Achtung sowie eine tiefe und aufrichtige Zuneigung entwickelt.
Die kulturelle Prägung Münchens, seine Tradition und Atmosphäre sowie besonders meine Kolleginnen und Kollegen haben es mir erlaubt, als Künstler zu wachsen; sie haben mich stark beeinflusst und waren und sind die Quelle meiner künstlerischen Inspiration. Sie sind anspruchsvoll, sachkundig, flexibel und neugierig und unterstützen meine künstlerischen Visionen freundschaftlich und enthusiastisch. Dafür bin ich sehr dankbar.
Mit meiner Entscheidung, für eine Vertragsverlängerung über die Laufzeit des derzeitigen Vertrages hinaus nicht zur Verfügung zu stehen, möchte ich verhindern, dass meine Kolleginnen und Kollegen, die Öffentlichkeit und die Stadt München einer Atmosphäre kulturpolitischer Spekulationen und Spannungen ausgesetzt werden, die letztlich allen Beteiligten Schaden zufügen und der noblen, einmaligen Tradition der Bayerischen Staatsoper, dem Ruf Münchens und seiner Gesellschaft nicht gerecht werden.
With my heartfelt appreciation and dedication,
Kent Nagano
München, den 6. Juli 2010“
Theater Bielefeld und Bielefelder Philharmoniker liefern Rekordergebnis
Bielefeld - 210.000 Zuschauer in der Spielzeit 09/10, darunter sind rund 15.000 Besucher der Gastkonzerte der Philharmoniker, bescheren dem Theater Bielefeld die bisher erfolgreichste Saison seit Beginn der Intendanz von Michael Heicks. Im Vergleich zur letzten Spielzeit entspricht das einem Zuwachs von 10.000 Zuschauern. Zu den Publikumsmagneten gehörten die Schauspielproduktion Männerbeschaffungsmaßnahmen mit 36 ausverkauften Vorstellungen, die beiden Musicals Crazy for you und The Scarlet Pimpernel, die insgesamt von über 20.000 Zuschauern besucht wurden sowie die Oper Carmen, die in 15 nahezu voll besetzten Vorstellungen auf knapp 10.000 Besucher kommt. Insgesamt wurden in dieser Spielzeit 575 Vorstellungen gezeigt. „Das ist sowohl ein gewaltiger Kraftakt des Ensembles als auch eine hochkomplexe logistische Meisterleistung aller Abteilungen“, so der Intendant Michael Heicks.
Entgegen dem Trend an deutschen Theatern hat das Theater Bielefeld im Verlauf der letzten Spielzeit sogar einen Anstieg bei den Abonnenten zu verzeichnen. Im Vergleich zur letzten Saison wurden über 100 Abonnements mehr abgeschlossen. Insgesamt haben das Theater Bielefeld und die Bielefelder Philharmoniker rund 5000 Abonnenten. Dazu kommen noch rund 500 Inhaber einer Theatercard, die sich in der aktuellen Spielzeit zum Verkaufsschlager entwickelt hat.
Dieser enorme Publikumzuspruch führt außerdem dazu, dass das Theater Bielefeld einen großen wirtschaftlichen Erfolg verbuchen kann. Der Umsatz des Theaters steigerte sich in der aktuellen Spielzeit um mehr als hunderttausend Euro, so dass das von der Theaterleitung gesetzte monetäre Ziel erreicht werden konnte. „Dass es uns gelungen ist, in einem von so vielen Faktoren abhängigen System wie dem Theaterbetrieb finanziell so genau vorauszuplanen, ist sensationell. Vor allem, wenn man bedenkt, dass nach wie vor auch ein großer Anteil an jungem Publikum unsere Aufführungen besucht, das überwiegend zu ermäßigten Preisen ins Theater gehen kann“, so Michael Heicks.
Auch unter inhaltlichen Gesichtspunkten kann das Theater Bielefeld auf sehr gute Ergebnisse zurückblicken. Für überregionale Beachtung sorgten zum Beispiel Dariusch Yazdkhastis Inszenierung von Goethes Clavigo, die zum NRW-Theatertreffen eingeladen sowie die Jugendclub-Produktion Kleiner Mann, was nun?, die als eine der sechs besten Jugendclub-Inszenierungen beim Bundestreffen der Theaterjugendclubs gezeigt wurde. Für die künstlerische Qualität des Hauses zeugt außerdem die in dieser Spielzeit begonnene finanzielle Förderung der theaterpädagogischen Arbeit und der Zeitsprung-Projekte des Tanztheaters durch das Land NRW.
Als letzte Vorstellung dieser Spielzeit zeigt das Theater Bielefeld am 18. Juli das Tanzstück Am Puls des Lebens. Die nächste Saison startet am 04. September mit einem ganztägigen Theaterfest im Stadttheater und an verschiedenen Open-Air-Bühnen in der Altstadt.
Historisch informierte Aufführungspraxis am Saarländischen Staatstheater
Saarbrücken. Dido und Aeneas, die berühmte Liebesgeschichte aus der Antike, hatte in der Opernfassung von Henry Purcell im Juni Premiere im Saarländischen Staatstheater. Nach den Florentiner Intermedien und Agrippina ist dies nun die dritte Produktion, die Konrad Junghänel an diesem Haus dirigiert. Sandra Sinsch sprach mit dem Barockopern-Spezialisten über seine Arbeit mit dem Staatsorchester, das erstmals auf historischem Instrumentarium antritt. Mehr dazu im opernnetz-backstage hier.
Oper in der Kirche
Düsseldorf - Nach Angaben der Veranstalter wird diese Inszenierung von Verdis Nabucco weltweit die erste in einer Kirche sein. In der Düsseldorfer Johanneskirche trauen sie sich was: Große italienische Oper als multimediale Inszenierung. Mehr als hundert Chorsängerinnen und Chorsänger, Solisten und die Bochumer Symphoniker wollen unter der musikalischen Leitung von Wolfgang Abendroth das Publikum fesseln. Regisseurin Nicola Glück verspricht schon jetzt eine "aufregende Beziehung zwischen Zuschauern, Raum, Musik und dem alttestamentarischen Stoff der Oper". Die Aufführung wird im September 2010 im Rahmen des Düsseldorfer Altstadtherbstes stattfinden. Einzelheiten und Karten bekommen Sie hier.
Kulturstiftung Dortmund vergibt erstmals Nachwuchspreis
Dortmund - Der 28-jährige Nachwuchs-Cellist Nicolas Altstaedt erhält am 4. Oktober den erstmals von der Kulturstiftung Dortmund vergebenen Nachwuchspreis. Die Auszeichnung wird im Rahmen eines Konzertes im Harenberg City-Center in Dortmund verliehen. Seine expressive Spielweise und sein unvoreingenommener Umgang mit den Werken der Klassik sowie der Moderne stehen für eine neue, richtungsweisende Generation junger, hochtalentierter Musiker. Altstaedt ist hier führend und genießt schon früh Achtung und hohe Anerkennung in der Musikszene. Er ist mehrfach mit internationalen Preisen, unter anderem dem Borletti Buitoni Fellowship 2009, ausgezeichnet worden.
Zahlreiche Auftritte mit hochkarätigen Orchestern zeichnen seinen Weg. So spielte er im vergangenen Jahr zusammen mit dem Tonhalle Orchester Zürich unter Neville Marriner, dem RSO Stuttgart unter Sir Roger Norrington, dem Simon Bolivar Orchester, den Bamberger Symphonikern sowie den Rundfunkorchestern Berlin und Helsinki. Nicolas Altstaedt ist der Träger des Credit Young Artist Award 2010 und wird beim Lucerne Festival mit den Wiener Philharmonikern unter Gustavo Dudamel auftreten. Der Sohn deutsch-französischer Eltern gehört zu den letzten Schülern Boris Pergamenschikows in Berlin, wo er bei Eberhard Feltz weiterstudiert. Als einer der wenigen europäischen Künstler wurde er in die Lincoln Center Chamber Music Society New York aufgenommen.
Seit 1992 fördert die Kulturstiftung Dortmund unter dem Motto „Kultur bringt Leben in die Stadt“ als eine der wichtigsten Bürgerinitiativen der Region Kunst und Kultur in der Westfalen Metropole: Mehr als 160 Projekte wurden seit ihrer Gründung aus den Stiftungserträgen mit rund 2,6 Mio. Euro unterstützt.
Schlingensief sagt Ruhrtriennale-Produktion ab
Bochum/Mülheim - Christoph Schlingensief hat seine für die diesjährige Ruhrtriennale in Koproduktion mit dem Deutschen Theater Berlin geplante Produktion S.M.A.S.H. - In Hilfe ersticken kurzfristig abgesagt. Nach einer neuen schweren Krebsdiagnose sieht sich der Autor und Regisseur nicht in der Lage, im geplanten Zeitrahmen sein Werk zur Aufführung zu bringen. In einem Schreiben an sein Team und die Leitung der Ruhrtriennale bedauert er die Absage. Darin heißt es u.a.: „Es gibt jetzt leider ein paar harte Neuigkeiten, denen sofort nachgegangen werden muss! Meine Ängste während unserer letzten Produktion „Via Intolleranza II“ haben sich leider bestätigt, und schon diese Arbeit war ein harter Kampf, den ich nur mit Eurer Hilfe bewältigen konnte. Bitte versteht mich, wenn ich jetzt Zeit brauche und eben nicht darüber phantasieren möchte, ob ich in dieser Situation nicht die Möglichkeiten mich künstlerisch auszudrücken, gerade nutzen sollte. Die Zeit verlangt aber gerade den reinen Realismus, und der Ausdruck kommt so oder so. Ob durch mich oder andere, die darüber ihre eigenen Existenzfragen beantworten wollen. Vielleicht kann „S.M.A.S.H.“ sogar später noch stattfinden. Die Erfahrungen gehen doch weiter, und die damit verbundenen Gedanken werden sowieso einfließen ... Aber bitte lasst Aino, meinen Freunden und mir jetzt diese Zeit, und Willy Decker und Ulrich Khuon haben das auch sofort verstanden. Es ist für uns alle sehr bitter... aber ich sehe nach sehr gründlichen und traurigen Überlegungen: diese Arbeit zu diesem Zeitpunkt würde keine Kraftspende, sondern nur ein höchstriskantes "Spielchen" werden, das nur den einen Zweck hätte, nämlich so zu tun, als wäre die beste Therapie: Augen zu und durch. Und das darf jetzt auf keinen Fall passieren. Aino und ich haben uns unglaublich auf diese Arbeit gefreut. Wieder bei der Ruhrtriennale arbeiten zu können, die mir schon vor zwei Jahren zu Beginn dieser nicht enden wollenden Krise sehr geholfen hat, wäre für mich eine große Ehre gewesen! Aber nun heißt es, schnell auf die neuen Befunde reagieren, und dann erst sehen wir weiter. Ich danke Euch allen und vermisse Euch schon jetzt! Ich hoffe sehr, dass wir die jetzt entstandene Situation bewältigen werden. Euer Christoph!“
Alle sieben Vorstellungen von S.M.A.S.H. – In Hilfe ersticken in der Stadthalle Mülheim an der Ruhr vom 21. bis zum 29. August sowie die Lesung So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein am 26. August finden leider nicht statt. Karten können ab sofort an den jeweiligen Vorverkaufsstellen zurückgegeben werden.
Braunfels entwirft Bühnenbild für Oper seines Großvaters
Gera - Der Stararchitekt Stephan Braunfels entwirft für die Theater & Philharmonie Thüringen in Gera das Bühnenbild für die Oper Ulenspiegel seines Großvaters. Premiere ist am 28. Januar nächsten Jahres im Großen Haus der Bühnen der Stadt, wie eine Sprecherin mitteilte. Das Stück von Walter Braunfels war 1913 in Stuttgart uraufgeführt worden und später in Vergessenheit geraten. Inhaltlich geht es darin um den Freiheitskampf der Flamen gegen die spanische Unterdrückung in der Zeit zwischen 1568 bis 1648.
Stephan Braunfels gilt als einer der bedeutendsten deutschen Architekten der Gegenwart. Zu seinen wichtigsten Bauten zählen unter anderen das Paul-Löbe-Haus der Bundestagsabgeordneten in Berlin und die Pinakothek der Moderne in München. Vor der Arbeit in Gera hat er auch schon andernorts Bühnenbilder entworfen, so für die Inszenierung von Lohengrin im Festspielhaus Baden-Baden und für Fidelio an der Deutschen Oper am Rhein.
Theater Vorpommern kündigt Spielplankürzungen an
Stralsund/Greifswald - Einen Monat nach der Abberufung der Leitung des Theaters Vorpommern schlägt die neue Geschäftsführung einen strikten Konsolidierungskurs für die finanziell angeschlagene Bühne ein. Geplant sind Kürzungen im Spielplan der nächsten Saison, der Verzicht auf Gastdarsteller, Einschränkungen bei Open-Air-Vorstellungen und verstärkte Kooperationen mit anderen Spielstätten. Zugleich appellierte die neue Theaterleitung am Mittwoch in Stralsund an das Land, in den nächsten Jahren zusätzliche Mittel für den Erhalt der Theaterlandschaft bereitzustellen.
Die seit 1994 nicht mehr erhöhten Gelder aus dem Finanzausgleich in Höhe von 6,3 Millionen Euro pro Jahr reichten nicht aus, um das Theater langfristig zu erhalten, sagte Geschäftsführer Rainer Steffens bei der Vorstellung des neuen Spielplans. Eine unmittelbare Insolvenzgefahr für das vor 16 Jahren fusionierte Mehrspartentheater sei zwar nicht zu befürchten. Um den Betrieb des Theaters über das Jahr 2012 hinaus zu sichern, sei aber eine Dynamisierung der vom Land zugewiesenen Mittel erforderlich.
Insgesamt will das Ensemble ab Herbst zu 17 Premieren und 23 Wiederaufnahmen einladen, 9 Spielangebote weniger als in der ablaufenden Saison. Zudem wird die Zahl der philharmonischen Konzerte von acht auf sieben gekürzt. Nach dem Verzicht auf Open-Air-Vorstellungen in diesem Sommer werde geprüft, ob zu den Ostseefestspielen 2011 wenigstens eine unterhaltsame Freilichtveranstaltung in Stralsund oder Greifswald angeboten werden könne und wirtschaftlich auch vertretbar sei, sagte Steffens. Allerdings soll künftig auf kostspielige Gastrollen verzichtet und vorrangig nur noch eigene Technik genutzt werden.
Ende Mai waren Intendant Anton Nekovar und Geschäftsführer Hans-Peter Ickrath nach jahrelangem internen Streit abberufen worden. Der Etat des Theaters wird jährlich mit insgesamt rund 12,9 Millionen Euro Zuwendungen des Landes sowie der Gesellschafter Stralsund, Greifswald und Rügen gespeist. Über Zuschauerzahlen und Einnahmeentwicklungen wollte die neue Theaterleitung vorerst keine Auskünfte geben. Das neue Konzept soll am Dienstag dem Aufsichtsrat vorgestellt werden.
Aalto-Ballettdirektor gewinnt Regatta der Kieler Woche
Essen/Kiel - Ben Van Cauwenbergh, Direktor des Aalto Ballett Theater Essen und begeisterter Sportsegler, hat in seiner Bootsklasse (Drachenklasse) die Regatta der diesjährigen Kieler Woche, des bedeutendsten Segel-Events Europas, gewonnen – mit dem Traumergebnis von 11 Punkten vor dem dänischen Boot von Jesper Bendix (16) und dem besten deutschen Boot von Thomas Müller (21). Einziger Wermuts-Tropfen: Ben Van Cauwenbergh startet zwar für seinen Essener Heimatclub YCRE (Yachtclub Ruhrland Essen e.V.), aber unter belgischer Nationenflagge.
Votteler bleibt bis 2017 am Theater Augsburg
Augsburg - Der Augsburger Stadtrat hat der Vertragsverlängerung und der damit verbundenen Zielvereinbarung von Intendantin Juliane Votteler zugestimmt. Votteler wird nun bis 2017 Intendantin in Augsburg bleiben.
Juliane Votteler studierte an den Universitäten Erlangen, Wien und Frankfurt am Main Alte und Neue Deutsche Literaturwissenschaft, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft und Philosophie. Von 1996 bis 2006 war sie Chefdramaturgin und Direktorin für künstlerische Koordination an der Staatsoper Stuttgart während der Intendanz von Prof. Klaus Zehelein. Seit der Spielzeit 2007/08 ist Juliane Votteler Intendantin des Theater Augsburg.
Im Mai 2010 wurde Juliane Votteler in den Vorstand der Intendantengruppe des Deutschen Bühnenvereins gewählt.
Ex-Intendant des Staatstheaters gestorben
Nürnberg - Wulf Konold, der ehemalige Intendant des Staatstheaters Nürnberg, ist tot. Das teilte die Stadt Nürnberg am Freitag (25. Juni) mit. Konold wurde 1946 in Langenau bei Ulm geboren. 1996 wurde er Generalintendant und Operndirektor des Theaters Nürnberg, das 2003 zum Staatstheater ernannt wurde.
Bis zu seinem Abschied 2008 bemühte er sich unter anderem um die internationalen Kontakte des fränkischen Hauses. Er arrangierte Koproduktionen mit den Opernhäusern in Linz und Oslo sowie mit den Salzburger Festspielen. 2005 gestaltete er eine Reise nach Peking, wo erstmals in China Richard Wagners Ring vollständig gezeigt wurde.
John Dew bleibt bis 2014 Intendant des Staatstheaters Darmstadt
Wiesbaden - John Dew bleibt bis 2014 der Intendant des Staatstheaters Darmstadt. Die hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann (CDU), begründete die Verlängerung des Intendantenvertrags am Mittwoch (23. Juni) in Wiesbaden damit, dass Dews künstlerische Arbeit einen wachsenden Publikumszuspruch erfahre. „Besonders zukunftsweisend ist sein Einsatz für die jüngere Zuschauergeneration mit Angeboten für Familien und für Studierende“, sagte die Ministerin. Der 1944 auf Kuba geborene und in New York aufgewachsene Regisseur leitet das Darmstädter Staatstheater seit der Spielzeit 2004/2005.
Intendantenvertrag von Ansgar Haag bis 2017 verlängert
Meiningen - Ansgar Haag leitet für weitere sieben Jahre die Theater Meiningen und Eisenach. Kultusstaatssekretär Thomas Deufel verlängerte am Mittwoch (23. Juni) Haags Intendantenvertrag bis Mitte 2017, wie das Südthüringische Staatstheater Meiningen mitteilte. Die Kulturstiftung Meiningen-Eisenach hatte sich zuvor einstimmig dafür ausgesprochen.
Haags Theaterarbeit sei überaus erfolgreich und könne sich auch überregional sehen lassen, sagte Deufel. Der erneute Vertrauensbeweis sei also folgerichtig. 2005 hatte Haag die Intendanz des Meininger Theaters übernommen, seit 2008 leitet er auch das Landestheater Eisenach.
Theaterintendantin Stone bleibt im Amt
Magdeburg - Die Stadt Magdeburg belässt es in der Affäre um die Intendantin des Magdeburger Theaters Karen Stone offenbar bei einer Abmahnung. Wegen der Entgleisung der Intendantin, die einen Polizisten Anfang Juni beleidigt und als „Nazi“ beschimpft haben soll, habe Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) zwar zunächst eine Kündigung erwogen, berichtete die Magdeburger Volksstimme (Donnerstagausgabe). Nach einer Sitzung des Theaterausschusses habe er sich jedoch dagegen entschieden.
Trümper begründete dies der Zeitung gegenüber damit, dass die Rechtsgrundlage für eine außerordentliche Kündigung des Fünfjahresvertrags zu unsicher sei. Der finanzielle und kulturelle Schaden für Magdeburg sei nicht kalkulierbar, sagte Trümper.
Der Polizist hatte am 5. Juni Anzeige wegen Beleidigung erstattet, nachdem ihn Stone nach der Premiere der Open-Air-Oper Evita beschimpft hatte. Stone entschuldigte sich in der vergangenen Woche für den Vorfall. Nach Abschluss der Ermittlungen wird der Fall nun der Staatsanwaltschaft übergeben.
Theater-Freunde in Leipzig wehren sich gegen Bühnen-Schließung
Leipzig - In Leipzig ist ein Disput über die von der Stadt beabsichtigte vorübergehende Schließung der Nebenbühne Skala entbrannt. Der Freundeskreis Schauspiel Leipzig rief in einer Petition die Stadt auf, die Spielstätte nicht zu schließen. Die Skala sei als experimentelle Bühne ein Anziehungspunkt für junges Publikum und Aushängeschild der Kultur in Leipzig.
Kulturdezernent Michael Faber hatte am Mittwoch auf der Stadtratssitzung erklärt, die Stadt wolle die Skala aus Kostengründen vorübergehend schließen, bis der Neubau 2013 eröffnet werde. Eine Interims-Spielstätte solle es nicht geben.
Generalintendant Wolfgang Gropper feierlich verabschiedet
Braunschweig - Mit einer Galaveranstaltung im Großen Haus des Staatstheaters Braunschweig hat sich Generalintendant Wolfgang Gropper von seiner Bühne verabschiedet.
Die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Professor Dr. Johanna Wanka, dankte Gropper für seine Verdienste und würdigte ihn in ihrer Rede als einen leidenschaftlichen und stets neugierigen Theatermann. „Wir alle verdanken Ihnen den nie nachlassenden Mut zur konsequenten Beschäftigung mit modernen Musiktheaterwerken und zur Aufführung von Werken, die zu Unrecht nicht den Weg ins Repertoire gefunden haben. Durch diesen Mut hat das Staatstheater Braunschweig immer wieder nationale und internationale Beachtung gefunden“, sagte die Ministerin.
Gropper hatte das Theater 1997 als Generalintendant übernommen und war zuvor bereits von 1988 bis 1991 als Oberspielleiter und Schauspieldirektor in Braunschweig. Während seiner Intendanz ist es ihm gelungen, die Zuschauer- und Abonnentenzahlen zu steigern und das Image der Bühne in Stadt und Land stark zu verbessern.
„Sie haben viele Menschen berührt und durch Ihre künstlerische Arbeit eine Orientierung geboten“, sagte Ministerin Wanka.
Schauspielausbildung am TheaterTotal begehrt
Bochum - Das TheaterTotal Bochum zieht im aktuellen Bewerbungsverfahren eine erste Bilanz: Bereits 60 junge Menschen haben sich auf einen der 25 Ausbildungsplätze für die Spielzeit 2010/11 beworben. Am 26. Juni endet die Frist. Bis dahin nehmen die Bochumer Theatermacher noch Bewerbungen entgegen. Die Auswahl findet in einem zweitägigen Bewerbungsworkshop statt.
Das TheaterTotal war das Sprungbrett für viele erfolgreiche Schauspieler. Die Bochumer bieten dafür eine fundierte und umfassende Basisausbildung mit anschließender Tournee an. Die Bewerber aus ganz Deutschland sollten dafür Engagement und Leidenschaft mitbringen. In dem zweitägigen Bewerbungsverfahren entscheiden Regisseure, Tänzer, Bühnenbildner und Theaterleitung über die Eignung.
Die Plätze sind begehrt. Auf jeden freien Platz bewerben sich vier Interessenten. Die Ausbildung ist spannend: Neben dem klassischen Schauspiel, Tanz, Musik bildet das Theater ganzheitlich aus. Denn die künftigen Schauspieler sollen in neun Monaten ihre besonderen Kompetenzen entwickeln können. Dazu gehören Teamgeist, Initiative und Belastbarkeit. Diese Kompetenzen setzen sie im Schauspiel und in der Organisation um. Denn die abschließende dreimonatige Tournee wird durch die Teilnehmer in Eigenregie organisiert und umgesetzt. Die Schauspieler müssen dafür nähen, zimmern können, die Tourneebühnen ausleuchten, den Sound einrichten oder die Bühnenbilder bauen.
Das Programm des Projektes 2010/11 steht fest. Die Konferenz der Vögel von Fariduddin Attar geht mit den neuen Projektmitgliedern bundesweit und in den angrenzenden Ländern auf Tour. Interessenten haben die Möglichkeit das TheaterTotal auf der aktuellen Tournee zu sehen. Die Bewerbungsfrist endet am 26. Juni 2010. Die Bewerber müssen einen Fragebogen auf der Internetseite ausfüllen und einen handgeschriebenen Lebenslauf einreichen. Alle notwendigen Informationen gibt es unter www.theatertotal.de
TuP Essen sammelt 60.000 Unterschriften
Essen - Die Unterstützung für die Theater und Philharmonie Essen GmbH (TUP) entwickelt sich zu einer Bürgerbewegung in Essen. 60.000 Menschen haben bisher ihre Unterschrift für den Erhalt der TUP in ihrer jetzigen Form geleistet. Die seit Monaten herrschende Ungewissheit, wie es mit der Finanzierung der TUP weitergehen wird, ist bei vielen Bürgern Anlass zu großer Sorge.
Seit dem Bürgerbegehren 1999 für den damaligen Saalbau wurden noch nie so viele Unterschriften in Essen gesammelt.
Der Betriebsrat begrüßt die Signale einiger Parteien im Rat, die die Einsparungen, die von der TUP bereits geleistet wurden, anerkennen und bereit sind, Mittel zur Verfügung zu stellen, die den Erhalt aller Sparten sichern. Er hofft, dass dafür eine breite Mehrheit in der Ratssitzung am 30. Juni 2010 zustande kommt. Dem Betriebsrat ist bewusst, dass in der sehr schwierigen Finanzsituation der Stadt Essen Einsparanstrengungen weiterhin notwendig sind.
Noten sollte man lesen können
Martin Klessinger hat ein 750-Seiten-starkes Werk mit dem Titel "O wie ängstlich, o wie feurig..." über Opern geschrieben, das mehr sein will als ein Opernführer und die Aussagekraft der Musik beleuchtet. In Backstage erklärt er, warum ein solches Opus aus seiner Sicht notwendig ist. Weiter...
Projekt zum Ausbau des Bayreuther Festspielhauses ruht
Bayreuth - Der Ausbau des Bayreuther Festspielhauses ist ins Stocken geraten. „Das Projekt ruht“, sagte der zuletzt federführende Architekt Bernd Werner dem Nachrichtenmagazin Focus. Zwar hätten die beiden Chefinnen auf dem Grünen Hügel, Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier, einen Bauantrag für eine neue Probebühne gestellt, doch gebe es Streit um die Kosten von bis zu zehn Millionen Euro. Ursprünglich seien neben der Probebühne noch ein Kindertheater und neue Gastronomie für insgesamt 23 Millionen Euro geplant gewesen.
Toni Schmid vom bayerischen Kunstministerium sagte dem Magazin: „Bauliche Erweiterungen finanzieren traditionell die 'Freunde von Bayreuth'.“ Der Vorsitzende des Vereins, Georg von Waldenfels, sagte dazu, es gebe da „keinen Automatismus“. Juristischer Ärger droht laut Focus zudem von Architekten, deren Rechnungen in Höhe von 470 000 Euro Waldenfels nicht bezahlen wolle.