Richard Strauss

Arabella von Richard Strauss — Handlung, Musik und Werkgeschichte der lyrischen Komödie

Arabella — Richard Strauss' lyrische Komödie, Wiener Ballszene

Werkdaten

KomponistRichard Strauss
LibrettistHugo von Hofmannsthal
GattungLyrische Komödie
Akte3
SpracheDeutsch
Uraufführung1. Juli 1933, Sächsische Staatsoper Dresden
Dauerca. 2 Stunden 30 Minuten

Arabella — Richard Strauss‘ lyrische Komödie

Richard Strauss‘ Arabella ist die letzte gemeinsame Oper des Komponisten mit seinem Librettisten Hugo von Hofmannsthal, der während der Arbeit am Libretto 1929 verstarb. Das 1933 uraufgeführte Werk gilt als die wienerischste aller Strauss-Opern — ein elegantes Konversationsstück mit walzerseligen Melodien und einer bittersüßen Liebesgeschichte.

Entstehungsgeschichte

Nach dem gemeinsamen Erfolg mit Der Rosenkavalier (1911) und den komplexeren Werken Die Frau ohne Schatten (1919) und Die ägyptische Helena (1928) wollten Strauss und Hofmannsthal erneut eine Komödie im Wiener Milieu schaffen. Hofmannsthal griff auf seinen eigenen Roman „Lucidor“ zurück und formte daraus das Libretto zu Arabella. Am 15. Juli 1929 starb Hofmannsthal an einem Schlaganfall — nur zwei Tage nachdem sein Sohn sich das Leben genommen hatte. Strauss vertonte das Libretto in der vorliegenden Form, ohne Änderungen vorzunehmen. Die Uraufführung fand am 1. Juli 1933 an der Dresdner Staatsoper unter der Leitung von Clemens Krauss statt.

Handlung

Erster Akt

Wien um 1860. Die verarmte Familie Waldner lebt auf großem Fuß im Hotel, in der Hoffnung, die ältere Tochter Arabella gewinnbringend zu verheiraten. Die jüngere Tochter Zdenka wird aus Sparsamkeit als Junge verkleidet. Arabella wartet auf den „Richtigen“ — und glaubt, ihn im Fremden erkannt zu haben, der sie täglich auf der Straße beobachtet. Zdenka, die heimlich in den Offizier Matteo verliebt ist, gibt diesem im Namen Arabellas falsche Hoffnungen.

Zweiter Akt

Auf dem Faschingsball lernt Arabella den kroatischen Gutsbesitzer Mandryka kennen — es ist der Fremde von der Straße. Mandryka wirbt um Arabella und gewinnt auch die Zustimmung des Vaters. Doch Zdenkas Intrigenspiel führt zu Verwicklungen: Sie gibt Matteo einen Schlüssel zu Arabellas Hotelzimmer und nimmt — als verkleidete Arabella — Matteo dort in Empfang. Mandryka erfährt von dem Schlüssel und glaubt sich betrogen.

Dritter Akt

In der Hotelhalle kommt es zur Konfrontation. Zdenka gesteht ihren Betrug und will sich umbringen, wird aber von Matteo, der sie nun als Frau erkennt und liebt, zurückgehalten. Arabella reicht Mandryka nach einem slowenischen Brauch ein Glas Wasser als Zeichen ihrer Treue. Die Oper endet mit einem der schönsten Liebesduette der Strauss-Literatur.

Musik

Die Partitur von Arabella ist durchzogen von Wiener Walzerrhythmen, die Strauss mit seiner unverwechselbaren orchestralen Raffinesse behandelt. Arabellas große Szene „Mein Elemer“ im ersten Akt gehört zu den schönsten Sopranpartien des Strauss-Repertoires — eine Mischung aus mädchenhafter Sehnsucht und reifer Entschlossenheit. Das Duett am Ende des dritten Akts, „Das war sehr gut, Mandryka“, verbindet schlichte Innigkeit mit orchestraler Opulenz.

Die Orchestration ist im Vergleich zum Rosenkavalier transparenter und kammermusikarischer gehalten, was dem Werk einen intimeren Charakter verleiht. Die Verwendung slawischer Volksmelodien für die Figur des Mandryka gibt der Partitur eine exotische Note, die geschickt mit dem Wiener Kolorit kontrastiert.