Wolfgang Amadeus Mozart

Die Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart — Handlung, Arien und Werkgeschichte des Singspiels

Die Zauberflöte — Mozarts Singspiel, Königin der Nacht

Werkdaten

KomponistWolfgang Amadeus Mozart
LibrettistEmanuel Schikaneder
GattungSingspiel
Akte2
SpracheDeutsch
Uraufführung30. September 1791, Theater auf der Wieden, Wien
Dauerca. 2 Stunden 40 Minuten

Die Zauberflöte — Mozarts letzte und beliebteste Oper

Wolfgang Amadeus Mozarts Die Zauberflöte KV 620 ist die meistgespielte Oper der Welt. Das 1791 uraufgeführte Singspiel vereint märchenhafte Elemente mit freimaurerischer Symbolik, volkstümlichen Humor mit erhabener Musik. Kaum ein anderes Werk der Opernliteratur spricht ein so breites Publikum an — vom Kind bis zum Kenner.

Entstehungsgeschichte

Im Frühjahr 1791 erhielt Mozart den Auftrag von Emanuel Schikaneder, dem Direktor des Theaters auf der Wieden in Wien, ein deutschsprachiges Singspiel zu komponieren. Schikaneder, selbst Schauspieler und Sänger, verfasste auch das Libretto. Die beiden kannten sich seit Jahren und waren Mitglieder derselben Freimaurerloge. Die Arbeit ging rasch voran, parallel komponierte Mozart die Clemenza di Tito und das Requiem. Die Uraufführung fand am 30. September 1791 statt, nur zwei Monate vor Mozarts Tod am 5. Dezember. Schikaneder selbst sang den Papageno, Mozart dirigierte die ersten Vorstellungen persönlich.

Handlung

Erster Akt

Prinz Tamino wird von einer Schlange verfolgt und von den drei Damen der Königin der Nacht gerettet. Die Königin beauftragt ihn, ihre Tochter Pamina aus der Gewalt des Priesters Sarastro zu befreien. Als Hilfsmittel erhält Tamino eine Zauberflöte, sein Begleiter Papageno ein magisches Glockenspiel. Auf dem Weg zu Sarastros Reich erfahren die beiden durch drei Knaben, dass die Verhältnisse nicht so einfach sind, wie die Königin behauptet: Sarastro ist kein Tyrann, sondern ein weiser Priester, der Pamina vor dem Einfluss ihrer machthungrigen Mutter schützt.

Zweiter Akt

Tamino und Papageno müssen sich Prüfungen unterziehen, um in Sarastros Bund der Eingeweihten aufgenommen zu werden. Die Prüfungen — Schweigen, Feuer und Wasser — bestehen sie, wobei Papageno beinahe scheitert. Die Königin der Nacht versucht, Pamina zum Mord an Sarastro anzustiften, doch Pamina weigert sich. Am Ende werden Tamino und Pamina vereint, Papageno findet seine Papagena, und die Königin der Nacht wird in die ewige Nacht verbannt. Der Chor preist den Sieg des Lichts über die Finsternis.

Musik

Die Partitur der Zauberflöte ist ein Kompendium musikalischer Stile. Papagenos Lieder stehen in der Tradition des Wiener Volkstheaters, Sarastros Arien sind von einer feierlichen Erhabenheit, die an Bachs Choräle erinnert, und die Koloraturarien der Königin der Nacht gehören zu den virtuosesten Sopranpartien der gesamten Opernliteratur. Die Arie „Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen“ erreicht das dreigestrichene f und stellt an jede Sängerin extreme technische Anforderungen.

Das Zusammenspiel von schlichter Volkstümlichkeit und kontrapunktischer Meisterschaft macht die Zauberflöte zu einem Schlüsselwerk der Musikgeschichte. Die Ouvertüre mit ihrer Adagio-Einleitung und der fugierten Allegro-Passage verbindet beide Sphären auf engstem Raum. Die Choräle der Geharnischten im zweiten Akt greifen auf eine protestantische Choral-Melodie zurück und verweben sie mit einer Fuge — ein Moment von einzigartiger musikalischer Dichte.

Wirkungsgeschichte

Die Zauberflöte war von Anfang an ein Publikumserfolg. Schon zu Mozarts Lebzeiten erlebte sie über zwanzig Aufführungen in Wien. Goethe plante eine Fortsetzung des Librettos, Beethoven verehrte das Werk als Mozarts größte Oper. Im 19. Jahrhundert wurde die Zauberflöte zum festen Bestandteil jedes Opernrepertoires, und im 20. Jahrhundert prägten Inszenierungen von Karl-Ernst und Ursel Herrmann, August Everding und Achim Freyer die Aufführungsgeschichte. Bis heute ist die Zauberflöte in nahezu jedem Spielplan vertreten und zählt neben Carmen und La Bohème zu den meistaufgeführten Opern weltweit.

Auf opernnetz

Lesen Sie unsere Rezension der Zauberfloete an der Bayerischen Staatsoper (2013).