Die Fledermaus an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf — Opernkritik zur Strauss-Operette

Spielstaette Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf
von Albert Blaustein
Die Fledermaus — Operette von Johann Strauss in Düsseldorf

Adele im Wunderland

Was für ein Abend! An der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf praesentiert die Opernklasse Johann Strauss‘ Die Fledermaus in einer Produktion, die zeigt, was junger, ambitionierter Nachwuchs zu leisten vermag, wenn er die richtige Förderung erhaelt. Im intimen Partika-Saal entfaltet sich ein Operettenabend von erfrischender Unmittelbarkeit.

Die Inszenierung

Gregor Horres und Peter Nikolaus Kante haben eine Inszenierung erarbeitet, die das Stück ernst nimmt, ohne es zur Museumsvitrine zu degradieren. Die Personenführung ist detailreich und liebevoll, jede Figur erhaelt ein eigenes Profil. Der Partika-Saal erzwingt eine Nähe zwischen Darstellern und Publikum, die der Operette ausgesprochen gut bekommt — die Pointen sitzen, die Blicke treffen, und die Energie der jungen Sängerinnen und Sänger springt unmittelbar über.

Musikalische Leitung

Thomas Gabrisch leitet das Hochschulorchester mit sicherer Hand. Der Walzer-Schwung stimmt, die Tempowechsel sind praezise, und die Balance zwischen Bühne und Graben ist bemerkenswert gut gelungen. Dass an einigen Stellen noch nicht alles mit der letzten Routine sitzt, versteht sich bei einer Hochschulproduktion von selbst — und faellt angesichts der Spielfreude kaum ins Gewicht.

Fazit

Ein großartiges Ereignis an der Düsseldorfer Musikhochschule. Wer solchen Nachwuchs hervorbringt, darf zuversichtlich in die Zukunft des Musiktheaters blicken.

Gattung: Operette
Komponist: Johann Strauss