Kunst und Kultur zu Zeiten der Krise
Den Kommunen steht das Wasser bis zum Halse. Gespart wird zu allererst an der Kultur. Das kennen wir schon. Auch wenn die Einspar-Effekte nicht sonderlich groß sind. Mitunter führt die Panik der Stadtoberen zu rücksichtslosen Angriffen auf die kulturellen Institutionen der eigenen Stadt. Jörg Dehm, Oberbürgermeister der Stadt Hagen, scheint zu dieser Sorte Politiker zu gehören. Ein Kommentar zu den jüngsten Äußerungen des OB, der seinem Theaterintendanten das öffentliche Wort verbietet, hat opernnetz-Herausgeber Franz R. Stuke formuliert. Weiter...
Protest gegen den geplanten Abriss des Schauspielhauses in Köln
Köln - Gegen den geplanten Abriss des Kölner Schauspielhauses haben am Freitag (5. Februar) über 300 Menschen protestiert. Sie marschierten bunt kostümiert durch die Stadt und zogen einen Karnevalswagen mit sich. „Ihr seid Künstler und wir nicht“ lautete das satirische Motto der Aktion, denn die wahren Künstler säßen in Politik und Verwaltung der Stadt. Schließlich könnten sie Häuser verschwinden lassen.
Die Demonstranten, bei denen es sich überwiegend um Kulturschaffende handelte, forderten zu einer Unterschriftensammlung für die Sanierung des Schauspielhauses auf.
Unterstützt wird die Aktion vom 1. FC Köln und vom Festkomitee Kölner Karneval. Mit ihrem Prunkwagen, der die „Nicht-Künstler“ Rosemarie Trockel, Sigmar Polke und Gerhard Richter zeigt, dürfen die Protestler in diesem Jahr beim offiziellen Rosenmontagszug mitziehen.
Die Bühnen der Stadt Köln haben Ende Januar 2010 den BürgerInnen der Stadt Köln ihre Sicht der Dinge dargelegt, die opernnetz hier dokumentiert. Eine etwas andere Sicht auf den Stand der Dinge formuliert ein Kölner Bürger, der die Diskussion aus der Sicht der Initiative
Mut Zu Kultur. Inhalt vor Fassade verfolgt. Weiter...
Studie: Krise trifft zeitversetzt auch die Kulturinstitutionen
München - Die weltweite Wirtschaftskrise wird einer Studie zufolge zeitversetzt auch bei den deutschen Kulturinstitutionen zu Finanzierungsengpässen führen. Vor allem bei öffentlichen Zuschüssen und Sponsorengeldern sei 2010 und 2011 ein deutlicher Rückgang zu erwarten, während die Erlöse aus Kartenverkäufen voraussichtlich stabil blieben. Dies ist ein Ergebnis einer Studie der auf die Kulturbranche spezialisierten Münchner Unternehmensberatung Actori.
Die weiterhin gute Auslastung vieler Bühnen könne darauf zurückzuführen sein, dass die Menschen auch oder gerade in Krisenzeiten „sinnstiftende oder auch ablenkende Angebote wahrnehmen“, die sie sich offenbar vor allem von renommierten Opern- und Konzerthäusern erhofften. Kleineren und weniger bekannten Kultureinrichtungen und -projekten stünden dagegen schwere Zeiten ins Haus, heißt es in der Studie. Kleinere Häuser seien auch von gekürzten Marketingbudgets vieler Unternehmen und einer gewachsenen Zurückhaltung vermögender Privatpersonen überproportional betroffen.
Die öffentliche Hand müsse 2010 mit Steuermindereinnahmen von 85 Milliarden Euro rechnen. Es werde „entscheidend auf die Reaktion der Politik ankommen, ob das Niveau der bisherigen öffentlichen Kulturfinanzierung gehalten werden kann“, schrieben die Autoren der Studie.
Tendenziell am wenigsten betroffen von der Krise seien die Karteneinnahmen. Nach einer Actori-Umfrage vom Winter 2009 hatten 54 Prozent der befragten Kultureinrichtungen in den davor liegenden zwölf Monaten noch keine Auswirkungen der Krise auf die Besucherzahlen, 22 Prozent sogar einen steigenden Publikumszuspruch gemeldet. Vor allem Opern- und Konzerthäuser könnten durch die große und relativ krisenfeste Besuchergruppe älterer und gebildeter Menschen mit konstanten Eigeneinnahmen rechnen, heißt es. Theater und Musicals mit einem tendenziell jüngeren und weniger finanzstarken Publikum bekämen die Krise dagegen stärker zu spüren.
!SING Stimme: vier Veranstaltungen, vier Themen, vier Städte
!SING Stimme ist der Auftakt für eines der größten Projekte der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010: !SING – DAY OF SONG.
Für ein offenes Singen mit allen Essener Grundschulkindern öffnet die Weststadthalle am Samstag, 6. Februar, von 16-17 Uhr ihre Türen. Ziel: 1000 Stimmen! (Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich).
„Singen mit Kindern“ in der Folkwang Universität Essen und ein Benefizkonzert in Essen-Rüttenscheid finden ebenfalls am 6. Februar statt. „Singen im Alter“ am 6. März in Duisburg mit den German Silver Singers, „Singen in den Kulturen“ am 10. April in Dortmund, u.a. mit einem Konzert des Béla Bartók-Projekts und „Singen mit Generationen“ am 8. Mai in Bochum, bei dem ein Mehrgenerationenchor Sänger und Dirigent herausfordert, sind die weiteren Veranstaltungen der !SING-Stimme-Reihe.
!SING Stimme, das sind Vorträge und Workshops, Theorie und Praxis.
Infos zu Anmeldungen, Referenten und Workshopdetails unter www.ruhr2010.de/sing.
Intendanten mobilisieren gegen Schließung des Schauspielhauses Wuppertal
Bad Hersfeld/Wuppertal - Der Deutsche Bühnenverein will öffentlich gegen die drohende Schließung des Wuppertaler Schauspielhauses demonstrieren. Anlässlich des Welttheatertags am 27. März soll es eine Großkundgebung in Wuppertal geben. Dies habe die Intendantengruppe im Bühnenverein beschlossen, sagte deren Vorsitzender Holk Freytag am Donnerstag (4. Februar) in Bad Hersfeld.
Geplant sei, dass alle im Bühnenverein organisierten Theater an diesem Tag mit kurzen künstlerischen Beiträgen auf die „dramatische Lage“ kommunaler Schauspielhäuser aufmerksam machen. Es gehe nämlich nicht nur um das Wuppertaler Haus. Dessen Schließung wäre nach dem Aus des Berliner Schillertheaters „ein verheerendes Signal für den Zusammenbruch des deutschen Theatersystems“, warnte Freytag.
Zur Bedeutung des Wuppertaler Schauspielhauses sagte Freytag, es sei eines der bedeutendsten Theaterneubauten der zurückliegenden 50 Jahre. Die Einrichtung sei verbunden mit herausragenden Namen wie Arno Wüstenöfer, Peter Zadek, Hans Bauer und Pina Bausch. Freytag fügte hinzu, der Intendantengruppe seien die finanziellen Probleme der Stadt Wuppertal sehr wohl bewusst. Allerdings sei der Einspareffekt durch eine Schließung des Theaters angesichts der Höhe des Haushaltsdefizits marginal.
Die finanziell angeschlagene Stadt Wuppertal plant massive Einschnitte unter anderem bei der Kultur. Das Haushaltssicherungskonzept sieht vor, den Betriebskostenzuschuss für die Wuppertaler Bühnen bis zum Jahr 2014 um rund 2 Millionen auf 8,6 Millionen Euro zu senken. Das Schauspielhaus könnte dann nicht saniert und müsste als Theaterspielstätte aufgegeben werden. Das Ende des Sprechtheaters und möglicherweise auch der Oper werden befürchtet. Erst am vergangenen Wochenende hatten Tausende Bürger gegen eine Schließung des Schauspielhauses protestiert.
Klavier-Festival Ruhr droht drastische Etat-Kürzung
Essen - Das international renommierte Klavier-Festival Ruhr muss sich offenbar vom Jahr 2011 an auf eine drastische Budget-Kürzung einstellen. Im finanzierenden Initiativkreis Ruhr (IR) gibt es nach Informationen der in Essen erscheinenden Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung (Freitagausgabe) eine breite Diskussion darüber, ob die Großveranstaltung nach dem Kulturhauptstadtjahr Ruhr.2010 weiter so umfangreich mit Geld ausgestattet werden soll wie bisher.
Der Initiativkreis, eine Vereinigung von 59 Unternehmen, hat sich den Strukturwandel in der Region auf die Fahnen geschrieben. Unter den Unternehmen werden nun Stimmen lauter, die sagen, das Klavierfestival sei „zu groß geworden“. Es bediene nur eine „kulturelle Nische“ und lasse nicht mehr genügend Spielraum für andere wichtige IR-Projekte. Der Initiativkreis hat dem Bericht zufolge in diesem Jahr einen Gesamtetat von 2,6 Millionen Euro, mit allein annähernd der Hälfte davon schlägt nach NRZ-Informationen das Festival zu Buche.
Das Klavier-Festival zählt jährlich bis zu 80 Konzerte. „Tut es nicht auch die Hälfte, um internationale Strahlkraft zu haben?“, sei eine Frage, die gestellt werde. Am 6. März soll der Geschäftsführende Arbeitskreis des Initiativkreises in einer Sitzung über das IR-Budget für das Jahr 2011 entscheiden, bevor dann die Vollversammlung darüber abstimmt.
Greifswalder Bachwoche widmet sich russischer Musik
Greifswald - Der Einfluss russischer Komponisten auf Johann Sebastian Bach steht in diesem Jahr im Mittelpunkt der 64. Greifswalder Bachwoche vom 31. Mai bis zum 6. Juni. Zu den Stargästen gehören nach Angaben der Organisatoren der Altist Jochen Kowalski und Schauspieler Dieter Mann, die zum Auftakt der Festwoche in der restaurierten Stadthalle Greifswald zu einem musikalisch-literarischen Abend einladen.
Unter dem Motto „Bach und Russland“ werden insgesamt 22 Konzerte und 15 weitere Veranstaltungen vorbereitet. Zum Programm gehören unter anderem Bachs Matthäuspassion, die Johannes-Passion der russischen Komponistin Sofia Gubaidulina sowie Werke von Peter Tschaikowski, Sergei Rachmaninow, Dimitri Schostakowitsch und Igor Strawinski. Höhepunkt der Musikwoche ist ein Konzert im Greifswalder Dom.
Generalmusikdirektor Fabio Luisi tritt zurück
Dresden - Der Generalmusikdirektor der Sächsischen Staatsoper Dresden, Fabio Luisi, wirft wegen Querelen um die künstlerische Ausrichtung der Sächsischen Staatskapelle Dresden das Handtuch. Der Dirigent habe seinen bis 2012 geschlossen Vertrag als Generalmusikdirektor vorzeitig beendet, teilte Luisis Agentur am Mittwoch in Buchholz bei Hamburg mit. Die Kündigung markiere das Ende der Auseinandersetzung um unterschiedliche Auffassungen zu den künstlerischen Kompetenzen und zur künstlerischen Ausrichtung der Sächsischen Staatskapelle Dresden, die in der Dresdner Semperoper spielt.
Luisi sehe seine vertraglich festgelegten Initiativ-, Zustimmungs- und Konsultationsrechte klar verletzt. Anlass seien nicht abgestimmte Gespräche des Staatsopern- und Orchester Managements mit dem ZDF zur Planung des Silvesterkonzerts 2010 gewesen. Dabei stehe die eingeschlagene Richtung auch dem bisher gemeinsam vertretenen künstlerisch-ästhetischen Anspruch von Orchester und Generalmusikdirektor entgegen, sagte der Dirigent. Mit Blick auf das eigene Selbstverständnis als Generalmusikdirektor habe er zu dieser "schweren und bedauerlichen Entscheidung" keine Alternative gesehen.
Fabio Luisi vertrete die Auffassung, dass es auch in schwierigen Zeiten gelte, künstlerische Kompetenzen und Autonomien zu
respektieren. Der Einfluss von Medienmacht dürfe nicht dazu führen, dass sich die Maßstäbe bei der Auswahl künstlerischer Inhalte verändern oder dass man die Entscheidung hierüber gar völlig aus der Hand gibt. Luisi warf dem Freistaat Sachsen vor, in dieser Situation zu zurückhaltend aufgetreten zu sein anstatt sich zu den Kompetenzen des Generalmusikdirektors zu bekennen.
Luisi wird nach Angaben seiner Agentur 2012 ans Opernhaus Zürich wechseln und sich bis dahin seinem Engagement als Chefdirigent der Wiener Symphoniker sowie zahlreichen Verpflichtungen im In- und Ausland widmen. Am kommenden Mittwoch wird in Dresden Luisis Nachfolger, der bisherige Chefdirigent der Münchner Philharmoniker Christian Thielemann, vorgestellt.
operare 10 ausgeschrieben
Berlin - Der Wettbewerb operare 10 "Partner gesucht" wird auch in diesem Jahr vom 12. - 16. April 2010 wieder von der Zeitgenössischen Oper Berlin ausgeschrieben.
operare 10 wendet sich an Künstler aller Genres, ebenso an Autoren, Kulturmanager, Entwerfer, Grenzgänger, Architekten, Komponisten, Filmemacher..., die für ihre Arbeit oder die Umsetzung einer künstlerischen Idee Partner suchen. Das Besondere an operare 10 ist, dass die verschiedenen Disziplinen im Rahmen eines Workshops Projektgemeinschaften bilden, um für das gegenwartsbezogene Musiktheater innovative Ideen zu entwickeln und zu realisieren.
Für die Ideenprämierung stehen 1 x 20.000 EURO und 4 x 5.000 Euro zur Verfügung, die an die Realisierung eines Projektes gebunden sind.
www.operare.de
Komponist Jürg Baur gestorben
Düsseldorf - Der Komponist und Musikprofessor Jürg Baur ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Jürg Baurs Werk umfasst alle musikalischen Gattungen. Er schrieb in den 1950er Jahren Bühnenmusik für das Düsseldorfer Schauspiel unter der Leitung von Gustav Gründgens, komponierte Kammermusik und Orchesterwerke. Als Vertreter moderner Zwölftontechnik wurden seine Werke zeitweise häufig aufgeführt. Im Alter von 87 Jahren komponierte er seine erste Oper Der Roman mit dem Kontrabass nach Anton Tschechow. Jürg Baur lehrte seit 1946 bis zu seiner Pensionierung Musiktheorie und Komposition in Düsseldorf und Köln und wurde mit zahlreichen Preisen geehrt.
Operngala für die Deutsche AIDS-Stiftung in Düsseldorf
Düsseldorf/Bonn - Die erste Festliche Operngala für die Deutsche AIDS-Stiftung im Opernhaus Düsseldorf war nicht nur in künstlerischer Hinsicht ein voller Erfolg, die Stiftung kann sich zudem über den Erlös von 130.000 Euro freuen und geht davon aus, dass nach dem gelungenen Abend und der großen Medienberichterstattung noch weitere Spenden eingehen. Der Erlös kommt sowohl regionalen Hilfen in Düsseldorf sowie dem DREAM-Programm in Mosambik zugute kommen wird. Internationale Opernstars, die Düsseldorfer Symphoniker unter der Leitung von Generalmusikdirektor Axel Kober und der Chor der Deutschen Oper am Rhein gestalteten die glanzvolle AIDS-Gala. International und von höchstem Renommee waren die Namen der Sängerinnen und Sänger, die als Solisten für den Abend gewonnen werden konnten, und die – wie alle beteiligten Künstler - auf ihre Gage verzichteten: Maria Luigia Borsi, Marina Domashenko, Vladimir Galouzine, Carmen Giannattasio, Tamar Iveri, Luca Pisaroni, Massimiliano Pisapia, Claudio Sgura, Nataliya Tymchenko, Boris Statsenko und Jeanne Piland begeisterten das Publikum mit Arien, Duetten und Ensembles von Wolfgang Amadeus Mozart, Gioacchino Rossini, Georges Bizet, Giuseppe Verdi und Giacomo Puccini und gaben vielseitige Einblicke in die Welt der Oper. Seit über 20 Jahren setzt sich die Deutsche AIDS-Stiftung für Menschen mit HIV und AIDS in Not ein. Für die Stiftung steht der notleidende, HIV-positive Mensch im Mittelpunkt. In Deutschland half sie bis heute rund 70.000 Mal unbürokratisch in individuellen Notfällen oder mit Zuschüssen zu Hilfsprojekten. Seit dem Jahr 2000 Jahren ist die Stiftung auch im südlichen Afrika in Modellprojekten aktiv. Spendenkonto Deutsche AIDS-Stiftung: 40040664, Postbank, Bankleitzahl 590 100 66.
Tausende protestieren in Wuppertal
Wuppertal - Tausende Bürger in Wuppertal protestieren seit Freitag (29. Januar) gegen Sparpläne für Kultureinrichtungen der Stadt. An einer Kundgebung vor dem Schauspielhaus nahmen allein am Samstag 2000 Menschen teil, wie die Sprecherin der Wuppertaler Bühnen Sonja Weber mitteilte.
Die Wuppertaler Bühnen hatten seit Freitagabend einen 24-stündigen Theater- und Musikmarathon im Schauspielhaus veranstaltet, der am Samstagabend zu Ende gehen sollte. Die Protestaktion steht unter dem Motto „Theater macht reich“.
“Wir freuen uns riesig über die Resonanz auf unsere Aktion“, sagte Weber. Viele der Protestierenden hätten die Nacht im Schauspielhaus verbracht, um auf die desolate Situation der Bühnen aufmerksam zu machen.
Die finanziell angeschlagene Stadt Wuppertal plant massive Einschnitte unter anderem bei der Kultur. Das Haushaltssicherungskonzept sieht vor, den Betriebskostenzuschuss für die Wuppertaler Bühnen bis zum Jahr 2014 um rund 2 Millionen auf 8,6 Millionen Euro zu senken. Das Schauspielhaus könnte dann nicht saniert und müsste als Theaterspielstätte aufgegeben werden. Das Ende des Sprechtheaters und möglicherweise auch der Oper werden befürchtet.
Philippe Bach wird GMD in Meiningen
Lübeck/Meiningen - Philippe Bach, 1. Kapellmeister und stellvertretender GMD am Theater Lübeck, wird zum Jahr 2011 Generalmusikdirektor des Meininger Theaters.
Philippe Bach wurde 1974 in Saanen geboren und studierte Dirigieren in Zürich bei Johannes Schlaefli und in Manchester bei Sir Mark Elder. Er besuchte Kurse bei Sir Colin Davis, David Zinman und Peter Eötvös. Bislang stand Philippe Bach am Pult so bedeutender Klangkörper wie dem Tonhalle-Orchester Zürich, dem London Philharmonic Orchestra, dem Orchestre de chambre de Lausanne, dem Hallé Orchestra, dem Orquesta Sinfónica de Madrid, dem Orchestra della Svizzera Italiana, der Basel Sinfonietta oder dem Berner Sinfonieorchester. Von 2006 bis 2008 war er "Assistant Conductor" am Teatro Real in Madrid. Seit der Spielzeit 2008/09 ist Philippe Bach Erster Kapellmeister und stellvertretender GMD am Theater Lübeck.
Thüringer Opernstudio sucht Stipendiaten
Weimar - Das Thüringer Opernstudio der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar sucht neue Stipendiaten für das Studienjahr 2010/11. Bis 15. Februar können sich junge, hochbegabte Sänger um den postgradualen Studiengang bewerben, der in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Nationaltheater Weimar, dem Theater Erfurt und dem Theater Nordhausen angeboten wird, wie die Hochschule mitteilte. Der Studiengang eröffne die Chance, professionelle Berufserfahrungen auf der Opernbühne zu sammeln, intensiv vorbereitet und begleitet durch Unterrichte an der Hochschule.
Das mit 750 Euro pro Monat dotierte Stipendium gelte für eine Spielzeit mit der Option der Verlängerung um eine weitere. Es ermögliche unter anderem, in finanzieller Unabhängigkeit konzentriert die künstlerischen Kompetenzen zu erweitern.
Stralsund bereitet Internationalen Richard-Wagner-Kongress vor
Stralsund - Das Theater Vorpommern richtet vom 13. bis 16. Mai 2010 in Stralsund den diesjährigen Internationalen Richard-Wagner-Kongress aus. Erwartet werden fast 500 Delegierte nationaler und internationaler Wagner-Verbände, wie der Vorsitzende des Richard-Wagner-Verbandes Mecklenburg-Vorpommern Bruno Paulenz mitteilte.
Nach Angaben von Intendant Anton Nekovar lädt das Theater Vorpommern während des Kongresses unter anderem zu einer Aufführung von Wagners romantischer Oper Der fliegende Holländer ein. Zum Programm gehören ferner ein Symposium über Richard Wagners Wirken in Mecklenburg sowie Begleitveranstaltungen im Theater Greifswald. Gleichzeitig werden mehrere Ausstellungen vorbereitet, darunter eine Sonderschau des Kulturhistorischen Museums Stralsund, die rund 150 Dirigentenstäbe aus drei privaten Sammlungen umfasst.
Ohrentheater
Frankfurt - Norbert Abels hat im Laufe seiner Arbeit als Dramaturg eine Fülle an Gedanken und Einsichten in ganz unterschiedliche Opern und Opernproduktionen gewonnen. In seinem Buch Ohrengedanken gibt er sie den geneigten LeserInnen zum Besten. Weiter...
Das Theater Bielefeld sucht Bettwäsche
Bielefeld - Für die Ausstattung des Theaterstücks Eine Familie (August: Osage County) sucht das Theater Bielefeld Bettwäsche (Laken, Bett- und Kissenbezüge) aus den 70er Jahren. Diese kann ab sofort jeweils montags bis samstags in der Zeit von 8:00 bis 20:00 Uhr an der Pforte des Stadttheaters in der Brunnenstraße 3 (Bühneneingang) abgegeben werden. Unter den Spendern verlost das Theater Bielefeld 1 x 2 Karten für die Premiere des Stücks, das am 13.Februar im Stadttheater stattfindet.
Intendanten: Theaterlandschaft geht den Bach runter
Berlin/Wuppertal - Die Intendantengruppe des Deutschen Bühnenvereins kritisiert die Steuerpolitik der Bundesregierung. „Die Finanz- und Steuerpolitik des Bundes nimmt in Kauf, dass die Städte verrotten“, sagte der Vorsitzende der Intendantengruppe, Holk Freytag, am Freitag (22. Januar) in Berlin im Anschluss an ein zweitägiges Treffen von 65 deutschen Intendanten. Für die Städte und Kommunen habe die derzeitige Politik die Folge, dass „sie nicht mehr über sich selbst entscheiden können“. Das bedrohe die „kulturelle Infrastruktur“.
Als Beispiel nannte Freytag das wegen angekündigter Sparmaßnahmen von der Schließung bedrohte Wuppertaler Schauspielhaus und kündigte zugleich umfangreiche Protestmaßnahmen an: „Zum Welttheatertag am 27. März werden alle Mitgliedstheater des Deutschen Bühnenvereins mit eigenen Beiträgen in Wuppertal auftreten und Erklärungen verlesen.“ Freytag betonte, dass es bei der Aktion nicht allein um das Wuppertaler Theater gehe. „Es geht darum, dass die deutsche Theaterlandschaft den Bach hinuntergeht.“
Die Intendanten beschlossen zudem die Verleihung des Dr.-Otto-Kasten-Preises an die Schauspielerin Melanie Straub und den Regisseur Marc Prätsch. Der Dr.-Otto-Kasten-Preis wurde von dem Gründer des gleichnamigen Besucherrings gestiftet und wird alle zwei Jahre von der Intendantengruppe des Deutschen Bühnenvereins an junge Nachwuchskünstler vergeben.
Sächsische Orchester Konferenz in Leipzig gegründet
Leipzig - Vertreter aller sächsischer Orchester haben am Montag (18. Januar) in Leipzig die Sächsische Orchester Konferenz gegründet. Ziel des Zusammenschlusses ist der Erhalt der "reichen Orchesterlandschaft Sachsens in seiner Breite, Vielfalt und Qualität" in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, wie Initiator Heiner Stolle, Orchestervorstand des Leipziger Gewandhausorchesters, am Montag sagte. Kultur und speziell die Orchester dürften nicht weiter dem Sparzwang zum Opfer fallen.
Die Sächsische Orchester Konferenz wolle einen intensiven Erfahrungsaustausch der einzelnen Klangkörper untereinander in Gang setzen. Durch ein „solidarisches Einstehen füreinander“ sollten, wenn nötig, Probleme an den einzelnen Standorten gemeinsam gelöst werden, betonte Stolle. Zwischen 1991 und 2009 seien in Sachsen 28 Prozent der Arbeitsplätze für Musiker abgebaut worden. Dies sei mit der Verkleinerung, Schließung und Fusion von Orchestern verbunden gewesen. „Von ehemals 26 Klangkörpern existieren heute noch 17“, sagte Stolle.
Proteste in Wuppertal gegen Sparpläne im Kulturbereich
Wuppertal - Unter dem Motto „Wuppertal wehrt sich“ wollen am 29. und 30. Januar zahlreiche Bürger gegen drohende Sparpläne in Kultureinrichtungen der Stadt und eine mögliche Schließung des Stadttheaters mobil machen. Wie das gleichnamige Aktionsbündnis und die Wuppertaler Bühnen mitteilten, wird es dazu unter anderem einen 24-stündigen Theater- und Musikmarathon im Schauspielhaus geben.
Am 29. Januar soll es eine Kundgebung vor dem Barmer Rathaus sowie einen Tag später eine weitere vor dem Schauspielhaus in Wuppertal-Elberfeld geben. Zudem ist unter dem Titel „Theater macht reich“ eine Gesprächsrunde geplant, bei der Fragen zur Situation und zum Erhalt der städtisch geförderten Kultur diskutiert werden sollen.
Dokumentation zu NEUE STIMMEN
Gütersloh - Als erste Sendung der neuen Reihe „Spielzeit Klassik“ bringt das WDR Fernsehen am 19. Januar 2010 um 23.15 Uhr eine Dokumentation zum Internationalen Gesangswettbewerb NEUE STIMMEN 2009 der Bertelsmann Stiftung. Die Autoren begleiten die Finalisten in den letzten 48 Stunden des Wettbewerbs, der 1987 von Liz Mohn, stellvertretende Vorsitzende des Vorstands der Bertelsmann Stiftung, ins Leben gerufen wurde.
Mit dem Titel „Ich muss mehr perfekt sein“ zeigt der Film von Daniel Finkernagel und Alexander Lück die jungen Gesangstalente aus aller Welt bei ihren Vorbereitungen für das Vorsingen und das Wettbewerbs-Finale: Momente der größten Anspannung, der Freude, des Glücks, aber auch der Enttäuschung. Am Ende können sich sieben Preisträger gegenüber mehr als tausend Mitbewerbern durchsetzen.
Die neue „Spielzeit Klassik“ läuft bis Ende März 2010 und berichtet von internationalen Stars, Legenden und Musikgeschichten – jeweils dienstags um 23.15 Uhr im WDR Fernsehen.
OpenOp – Europäisches Festival für anderes Musiktheater an Neuköllner Oper
Berlin - Die Neuköllner Oper lädt zum ersten europäischen Festival für anderes Musiktheater ein. Gemeinsam mit Theatern aus fünf Ländern präsentiert sie vom 8. bis zum 18. April 2010 13 Produktionen, darunter acht Eigen- bzw. Koproduktionen, vier für das Festival geschriebene Uraufführungen und vier weitere Uraufführungen sowie ein Stipendiatenprogramm. Zehn Tage auf sechs Bühnen, die einen anderen Umgang mit dem musikalischen Erbe, einen neuen Zugriff auf aktuelle Themen und Musik zwischen Mozart, Balkanpop der 80er und türkischer Avantgarde zeigen.
Zu erleben sind Produktionen aus Mazedonien, Estland, Belgien, Holland, Tschechien und Deutschland. Allen gemeinsam ist die Energie, mit Musiktheater eine Unmittelbarkeit zum Publikum herzustellen, in dem Geschichten mit sozialer Relevanz die Priorität haben. Den Abschluss des Festivals bildet eine Großperformance des amerikanischen Stimmkünstlers David Moss in Kooperation mit dem Muziektheater Transparant aus Antwerpen, den Operadagen Rotterdam sowie der Neuköllner Oper.
Kooperationspartner sind: das Nationaltheater Skopje (Mazedonien), Operadagen Rotterdam (Holland), Muziektheater Transparant (Belgien), Kurt Weill Fest Dessau, Theater der Stadt Koblenz, PAZZ Festival des Staatstheaters Oldenburg.
Baseler Opernchef soll Intendant der Deutschen Oper werden
Berlin - Der Baseler Operndirektor Dietmar Schwarz soll offenbar neuer Intendant der Deutschen Oper Berlin werden. Nach einem Bericht der Berliner Morgenpost soll der Nachfolger von Kirsten Harms am Donnerstag (14. Januar 2010) der Öffentlichkeit präsentiert werden. Die Deutsche Oper wollte sich dazu auf Anfrage nicht äußern. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), der auch Vorsitzender des Stiftungsrates der Opernstiftung ist, lud unterdessen für Donnerstag (14. Januar, 11.30 Uhr) zu einer Pressekonferenz zum Thema „Personalentwicklungen in der Opernstiftung“ ein.
Der in Biberach an der Riss geborene Schwarz ist derzeit Operndirektor des Theaters Basel. Schwarz studierte Literatur- und Theaterwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München und an der Pariser Sorbonne. Seine Stationen als Dramaturg waren das Theater Freiburg, das Bremer Theater und die Oper Frankfurt am Main.
Von 1990 bis 1993 war Schwarz Künstlerischer Leiter des Ruhrgebiet-Festivals Aufbrechen Amerika. 1994 kehrte er als leitender Dramaturg an das Bremer Theater zurück. Ab 1998 war er Operndirektor am Nationaltheater Mannheim, von wo er in gleicher Funktion an das Theater Basel wechselte.
Offener Brief von GMD und Opernintendant Stefan Soltesz
Essen - Alle reden von der Krise - und alle reden vom Sparen. Und woran spart man zuerst? An der Kultur, woran sonst. Die Verantwortlichen in der Ruhrgebietsmetropole Essen machen da keine Ausnahme. Da ist es gleichgültig, dass man sich gerade mit dem Etikett "Kulturhauptstadt 2010" schmückt. Stefan Soltesz, Generalmusikdirektor und Intendant des Aalto-Musiktheaters, reagiert auf die aktuellen Diskussionen mit einem offenen Brief. Weiter...
Kölner Initiative zum Erhalt von Opern- und Schauspielhaus
Köln - Eine Initiative vor allem Kölner Künstler ruft zum Widerstand gegen die Bauvorhaben der Stadt bezüglich Schauspiel- und Opernhaus auf, sie schreiben:
“Der Rat der Stadt Köln hat sich am 17.12.2009 mit weit weniger als der Hälfte seiner Stimmen (35 von 90 Ratsmitglieder stimmten für die sog. Variante 2) für den Abriss des Schauspielhauses und der Opernterrassen sowie für einen "abgespeckten Neubau" ausgesprochen - obwohl durch das drastisch reduzierte Raumprogramm die ursprüngliche Begründung für den Neubau hinfällig wurde. Dass mit diesem Beschluss das einzigartige Bühnenensemble des Star-Architekten Wilhelm Riphahn zerstört wird, nehmen die Entscheider dabei in Kauf. Die warnenden Appelle von namhaften Experten und Vertretern, u. a. aus Bereichen der Kunst, Kultur, Architektur, Kirche, Politik, Medien, Lehre & Wissenschaft wurden gänzlich ignoriert.
Wir wollen in der jetzt wieder eröffneten Planungsphase eine erneute Diskussion vor dem endgültigen Baubeschluss erzwingen. Schließlich geht es um weit mehr als 'nur' ein Gebäude. Es geht um elementare Fragen:
Dürfen wir akzeptieren, dass die Stadt Köln das bedeutende Erbe der 50er-Jahre-Moderne hat verwahrlosen lassen, und nun angeblich nur noch der Abriss bleibt?
Dürfen wir zulassen, dass die Stadt Köln sich in ein Kostenabenteuer mit ungewissem Ausgang begibt?
Warum sucht der Rat bei einer Entscheidung von solcher Tragweite nicht den Dialog mit den Bürgern dieser Stadt?
Zeigen wir, dass es auch anders geht! Köln kann 2010 Signale setzen für den nachhaltigen Umgang mit dem baulichen Erbe der Stadt und dem Geld der Bürger. Dafür wollen wir streiten, mit dem Rat in Dialog treten und den Ratsmitgliedern Mut für eine Entscheidung machen, mit der Köln sich mit an die Spitze einer Diskussion setzen würde, die alle Städte heute führen müssen.
Die Kostenexplosion für die geplante Neuordnung des Kölner Bühnenensembles aus Oper, Schauspielhaus und Opernterrassen noch vor dem ersten Spatenstich hat die bisherigen Überlegungen der Planungsseite hinfällig werden lassen. Wir haben wenig Vertrauen darin, dass ein Neubau des Schauspielhauses mit reduziertem Architektur- und Raumprogramm ein Signal für die Behauptung Kölns als bedeutende Kulturstadt in Deutschland setzen kann. Denn nichts wirkt provinzieller als eine "große Geste", die zu kurz greift. Zudem teilen wir mit Karin Beier die Sorge, dass ein 300-Millionen-Euro-Projekt den massiven Finanzdruck weiter erhöht, unter dem Kulturarbeit allerorten von drastischen Sparmaßnahmen bedroht ist - nicht zuletzt das Programm von Schauspielhaus und Oper.
Wir fordern dazu auf, das traditionsreiche Kölner Schauspielhaus in hoher Qualität zu sanieren und auf eine unter Qualitätseinbußen "abgespeckte" Neubauversion zu verzichten. Setzen wir ein Zeichen für Köln als Kulturstadt - durch eine anspruchsvolle Sanierungslösung, die finanziellen Spielraum für eine anspruchsvolle Theaterarbeit lässt!"
NEUE STIMMEN 2009 - Jury-Mitglied Francisco Araiza exklusiv im opernnetz
Gütersloh - Drei junge Stimmen aus Korea waren Preisträger beim diesjährigen Wettbewerb NEUE STIMMEN. Francisco Araiza gibt Auskunft über die Situation des Gesangs in Korea und die Ausbildung in Asien und Europa. Weiter...
NEUE STIMMEN 2009 - Wettbewerbspräsidentin Liz Mohn im backstage-Gespräch mit opernnetz
Gütersloh - Liz Mohn ist die Präsidentin des renommierten Wettbewerbs NEUE STIMMEN. Sie resümiert im backstage-Gespräch die bisherigen Erfahrungen und äußert ihre Gedanken zur Zukunft junger Sängerinnen und Sänger. Weiter...
Mechanismen des Opernbetriebs
Hermine May ist ein theaterweit gefragter Mezzo – begehrt wegen ihrer ungemein ausdrucksvollen Stimme, wegen ihrer Flexibilität, wegen ihrer positiven Resonanz bei unterschiedlichen Zuschauer-Gruppen. Am 5. September 2009 gab sie die Lohengrin-Ortrud in einer musikalisch-sängerisch bemerkenswerten konzertanten Aufführung in einer der „Kathedralen der Industriekultur“ in Hamm, hatte Kommunikationsprobleme hinsichtlich ihrer Auftritte, erschien nicht rechtzeitig im dritten Akt. Seitdem rätselt die Opern-Welt über die Gründe, kolportiert wilde Vermutungen – und straft die Sängerin ab mit Kündigung von Verträgen. Mehr dazu im opernnetz-backstage hier...
|